Gemeinsames Lernen an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule

Leitidee

Die Bertolt-Brecht-Gesamtschule versteht sich als eine Schule, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten offen für alle Schülerinnen und Schüler ist. Wir haben das Ziel, jede Schülerin und jeden Schüler im Rahmen seiner Möglichkeiten bestmöglich zu bilden, zu fördern und zu fordern, so dass sie in der sich angeeigneten Welt selbstständig handeln können. Wir wollen dazu beitragen, dass behinderte Schülerinnen und Schüler die gleichen Chancen wie alle anderen haben und möglichst selbstständig und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Aus diesem Grund stellt das „Gemeinsame Lernen“ (GL) mit der Einführung der integrativen Lerngruppen (IL) seit 2009 an unserer Schule ein Schwerpunkt des Schulprofils dar. 


Integrative Lerngruppe (IL)

Bisher wurden an unserer Schule in jedem neuen 5. Jahrgang in einer Klasse sechs Schülerinnen/Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufgenommen. Seit dem Schuljahr 2014/2015 gibt es zum ersten Mal drei Klassen im Gemeinsamen Lernen . Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf lernen gemeinsam mit 20 Regelschülerinnen und -schülern und durchlaufen gemeinsam die komplette Sekundarstufe I.
Jede dieser Klassen wird von einem Tutorenteam – einem bzw. zwei Lehrerinnen und Lehrer der allgemeinen Schule und einem Sonderpädagogen/einer Sonderpädagogin begleitet. Die gleichzeitige Anwesenheit von zwei Lehrern in möglichst vielen Unterrichtsstunden ermöglicht umfangreiche Differenzierung. Ziel ist es, so oft wie möglich Gemeinsames Lernen in der Klasse durchzuführen und alle Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern. Durch innere Differenzierung und zusätzlich andere Formen des individuellen Lernens (z.B. Wochenplan, Werkstattarbeit, äußere Differenzierung) können die Schülerinnen und Schüler integrativ beschult werden. 


Einzelförderung

Schülerinnen und Schüler, bei denen erst im späteren Verlauf des Schullebens ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wird, erleben dies nicht als einschneidende Veränderung in ihrem Leben. Der integrative Gedanke der Bertolt-Brecht-Gesamtschule sieht vor, dass die betroffenen Schülerinnen und Schüler auch nach Feststellung des Förderbedarfs (sofern keine besonderen Gründe dagegen sprechen) in ihren Klassen verbleiben und in diesen integrativ beschult werden. Die an der Schule tätigen Sonderpädagogen fördern sie im Rahmen der Einzelförderung in ihrem gewohnten Lernumfeld und beraten die in der Klasse tätigen Lehrerinnen und Lehrer.


Schulbegleitung

Einzelne Schülerinnen und Schüler werden im Schulalltag durch eine Schulbegleitung unterstützt.  Schulbegleitung, das Tutorenteam sowie der Sonderpädagoge/die Sonderpädagogin beraten sich gegenseitig und stimmen sich über Förderziele und -möglichkeiten ab.


Aufnahme

Es gibt ein gesondertes Aufnahmeverfahren mit einem Beratungsteam (zukünftige Tutoren und Sonderpädagogen sowie ein Mitglied der Schulleitung), das ausführliche Gespräche mit den interessierten Schülerinnen und Schülern, ihren Angehörigen und der Lehrerin/dem Lehrer der abgebenden Schule führt. Es wird eine möglichst große Vielfalt der sonderpädagogischen Förderschwerpunkte angestrebt.


Schulleben und Unterricht

Gemeinsamer Unterricht ist das Miteinander-Lernen und das Erleben von Gemeinschaftserfahrungen. Den unterschiedlichen Möglichkeiten wird durch verschiedene Formen der Beschulung genüge getan.
So wird je nach Förderschwerpunkt der betreffenden Schülerinnen und Schüler entschieden, ob eine Förderung gemessen an den allgemeinen Anforderungen, zielgleich oder zieldifferent erfolgen soll/ kann.
Der zielgleiche Unterricht orientiert sich an den Inhalten der Lehrpläne der allgemeinen Schule, d.h. die Schülerin/der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird genau wie seine Mitschülerinnen und Mitschüler nach den Richtlinien und Lehrplänen der Gesamtschule unterrichtet und bewertet. Als Abschlüsse können erworben werden:

  • Hauptschulabschluss nach Klasse 9 (ohne Englisch)
  • Hauptschulabschluss nach Klasse 10
  • Fachoberschulreife
  • Fachoberschulreife mit Qualifikation
  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur)

Die zieldifferente Förderung richtet sich nach den Bedürfnissen der Schülerin/des Schülers und den Lehrplänen der jeweiligen Förderschule mit dem entsprechenden Förderschwerpunkt (z.B. Lernen und Geistige Entwicklung). Zieldifferent geförderte Schülerinnen und Schüler können die Abschlüsse der jeweiligen Förderschule erreichen:

  • Abschluss der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen
  • Abschluss der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

 

Schlussbemerkung

Gemeinsames Lernen wird an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule als ein Prozess verstanden, in dem Veränderungen zugelassen, erprobt und reflektiert werden. Somit wird sich der Gemeinsame Unterricht in Zukunft verändern und weiterentwickeln.

(Stand 2015)