Wolgograd

Informationen zur Entwicklung der Schulpartnerschaft



Unsere Schulpartnerschaft nach Wolgograd ist noch jung, sie wurde 2003 während eines Aufenthalts von Reinhold Pfeifer anlässlich der Planung einer Konzertreise eines Kölner Chors im Oktober 2003 vereinbart (Wolgograd ist Partnerstadt von Köln)


Geplant sind Briefwechsel und Schüleraustausch. Besonders eng eingebunden in den Austausch werden SchülerInnen unserer Jahrgangsstufe 11 sein, die Russisch als Fremdsprache gewählt haben. Selbstverständlich können auch andere SchülerInnen am Austausch teilnehmen, die sich für die Kultur Russlands interessieren.

Informationen zur Stadt Wolgograd



Wolgograd, ehemals Stalingrad, liegt im Süden Russlands, etwa 400 Kilometer nördlich der Wolga-Mündung ins Kaspische Meer. Die Stadt erstreckt sich über mehr als 70 Kilometer am rechten Ufer der Wolga in einer Breite von zehn Kilometern. Wolgograd ist mit rund einer Million Einwohnern ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum.

 


Das Stadtzentrum ist von neoklassizistischen und neobarocken Bauten geprägt, die in der Nachkriegszeit errichtet wurden. In den Außenbezirken dagegen dominieren die typischen sowjetischen Plattenbauten. Natürlich sind die Hauptsehenswürdigkeiten Wolgograds eng mit der Schlacht um Stalingrad verbunden, die mehr als eine Millionen Menschen das Leben gekostet hat und mit der Einkesselung der deutschen Armee 1943 und deren Kapitulation endete. Besonders beeindruckend ist die zentrale Gedenkstätte auf dem Mamajev Kurgan Hügel. Die über 80 Meter hohe Figur der MUTTER HEIMAT streckt hier seit den späten sechziger Jahren kraftstrotzend ihr Schwert dem Himmel entgegen, um Wolgograder und Besucher an die verlustreiche Schlacht von Stalingrad zu erinnern.




Das kontinentale Steppenklima sorgt für eindeutige Jahreszeiten mit hohen Temperaturunterschieden. Im Winter reichen die Temperaturen bis zum minus 30 Grad Celsius, im Sommer können die Temperaturen 40 Grad übersteigen. Der sommerliche Durchschnitt liegt allerdings bei 21 Grad Celsius.





Informationen zur Partnerschule

Die Mittelschule Nr. 106 (in Russland sind die Schulen einer Stadt in der Regel durchnummeriert) wurde 1954 gegründet und erhielt 1961 den Status einer Schule mit vertieftem Deutschunterricht. In den fast fünfzig Jahren ihres Bestehens (Anfang Dezember diesen Jahres ist Jubiläumsfeier) hat die Schule einen großen Schatz an Erfahrungen in der Ausbildung von Schülern der Klassen 1 bis 11 in der deutschen Sprache gesammelt.



In russischen Schulen wird das vierte Schuljahr in der Regel übersprungen, es dient zur Förderung schwächerer SchülerInnen, die ein Jahr wiederholen. Die Hochschulreife ist am Ende der elften Klasse erreicht mit der auch die Schulpflicht endet (also in der Regel nach 10 Schuljahren)


An der Schule (unserer Gesamtschule vergleichbar, wobei auch die Klassen 1-4 integriert sind) beginnt der Deutschunterricht für die Gymnasialklassen mit vertieftem Deutschunterricht schon in der ersten Klasse und setzt sich wie folgt fort:

 1.-4. Schj. 3 Stunden Deutschunterricht
 5.-7 Schj. 6 Stunden Deutschunterricht
 8.-11. Schj. 6 Std. Deutsch und 3 Std. zur Erlangung des Deutschen Sprachdiploms (DSD II)

Folgende Prinzipien werden dem vertieften Deutschunterricht zugrunde gelegt:

1. Der vertiefte Deutschunterricht ist interkulturell angelegt. Das Erlernen der deutschen Sprache erfolgt vor dem Hintergrund soziokultureller Zusammenhänge, die Einsichten in die Kulturen auf der historischen und gegenwärtigen, der wirtschaftlichen und kulturellen Ebene vermitteln.

2. Der vertiefte Deutschunterricht wird durch die Zusammenarbeit mit Muttersprachlern geprägt. Zur Zeit steht mit Herrn Andreas Steppan bis 2005 eine deutsche Bundesprogrammlehrkraft zur Verfügung.

3. Außer Herrn Steppan arbeiten an der Schule weitere 11 Deutschlehrerinnen. Diese 12 KollegInnen bilden den Fachbereich Deutsch. Treffen des Fachbereichs finden regelmäßig statt, bei denen methodische Innovationen und deren Umsetzung im Unterricht besprochen werden.

4. Zur Unterstützung der Arbeit des Fachbereichs Deutsch werden an der Schule Fortbildungsveranstaltungen angeboten, die von der Stadtverwaltung, der dt. Programmlehrkraft Herrn Steppan, dem Goethe-Institut und dem Pädagogischen Austauschdienst (PAD) organisiert werden.

5. Seit 1998 ist die Schule als Basisschule in Wolgograd für „Das Deutsche Sprachdiplom der Stufe II anerkannt. Seit dem Schj. 2002/03 haben ausgewählte SchülerInnen der Klasse 11 die Möglichkeit, das „Deutsche Sprachdiplom der Stufe II“ (DSD II) abzulegen. Um dieses Diplom zu erhalten, müssen die SchülerInnen eine mehrteilige schriftliche und mündliche Prüfung bestehen, die nach in Deutschland festgelegten Maßstäben durchgeführt und bewertet wird. Das DSD II bescheinigt den SchülerInnen Sprachkenntnisse für ein Studium in Deutschland. Die Teilnahme an der DSD-Gruppe bedeutet für die SchülerInnen viel Arbeit. Das Deutsche Sprachdiplom der Stufe II ist jedoch ein Ziel, das der Mühe wert ist.



Unterstützt wird das Erlernen der deutschen Sprache durch die Möglichkeit, am sogenannten Goebel-Programm teilzunehmen. Dieses beinhaltet einen dreimonatigen Aufenthalt in Deutschland und ist SchülerInnen vorbehalten, die sich finanziell einen Aufenthalt in Deutschland nicht leisten können und die deutsche Sprache schon gut beherrschen. Die Unterbringung erfolgt in deutschen Gastfamilien.