Theaterstück „Helden“ an der BBG

Am 5. und 6. November 2019 präsentierte der Kurs „Darstellen und Gestalten" des 10. Jahrgangs die Theateraufführung „Helden“ unter der Leitung von Frau Furlani. Das Stück von Armin Beber wurde in der Aula der BBG aufgeführt.

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Großen Beifall ernteten die Darstellerinnen und Darsteller sowohl bei der Eltern- als auch bei der Schüleraufführung, nachdem sie mit vielen Emotionen den Alltag von Jugendlichen gezeigt hatten, die gegen die Vorbestimmung und Lenkung ihrer personifizierten Schicksale kämpfen. „Wer ist ein Held?" oder „Was macht eine Person zum Helden?“, mit diesen Kernfragen des Theaterstückes und deren Umsetzung in der Inszenierung haben sich die Kursteilnehmenden sehr intensiv beschäftigt. Hier sind die Eindrücke von Nora Stappen und Florens Windelen:

Nora Stappen: „In dem Stück geht es um eine Jungen-Clique, die außer an Basketball hauptsächlich an Mädchen interessiert ist. Außerdem geht es um eine Mädchen-Clique, die sich das Interesse an Jungen gerade abgewöhnen möchte. Dann sind da noch der verliebte Junge, der Sophie seine Liebe gestehen will, und Sophie, die zurzeit sehr traurig ist, da ihr Opa verstorben ist. Eigentlich ein ganz normaler Alltag, wären da nicht die Schicksale der Jugendlichen, die neben ihnen stehen und ihr Handeln bestimmen wollen. Oft nerven sie mit ihren völlig uneinsichtigen Ratschlägen, zum Beispiel als der verliebte Junge all seinen Mut zusammennehmen möchte und Sophie seine Liebe gestehen will, rät sein Schicksal, er solle noch warten, da dies nicht der richtige Zeitpunkt wäre. Manchmal passiert aber auch etwas überraschend Hilfreiches: Paulas Schicksal spielt ihr ein Horoskop in die Hände (obwohl sie nicht daran glaubt), das ihr rät, mit ihren Freundinnen über ihre Probleme zu reden. Sie hat nämlich gerade mit ihrem Freund Schluss gemacht und hat jetzt erst einmal genug von Jungen. Ganz normale Jugendliche, die ihren Alltag meistern und mit ihren Problemen fertig werden müssen. Doch dann ziehen zwei neue Mädchen in die Stadt, und der Alltag wird auf den Kopf gestellt. Die Mädchen heißen Clara und Laura und sind Geschwister. Sie ziehen nicht zum ersten Mal um, denn wegen der Arbeit ihres Vaters sind sie es bereits gewohnt. Die beiden sind sehr selbstbewusst und scheuen auch nicht davor zurück, die Jungen zu einem Basketballspiel herauszufordern. Auch die ‚Neuen‘ haben ein Schicksal, ihren Begleiter, der den beiden Mädchen Ratschläge gibt. Anders als die Jugendlichen lassen sich Clara und Laura aber nicht gerne auf die Ratschläge ein, sondern diskutieren das Ganze lieber aus. Dies wird auch den anderen Schicksalen zum Verhängnis, da sie Angst haben, dass die Neuen die Jugendlichen überzeugen könnten, ihre Schicksale nicht länger zu brauchen, sondern ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ein Streit zwischen den Neuen und den Schicksalen entsteht. Die Schicksale möchten die Neuen nämlich loswerden, da sie sie als Gefahr für sich und die Jugendlichen sehen.

Für die meisten sind Helden ihre Idole. Viele wollen so sein wie Supergirl, Batman oder Harry Potter. Es gibt so viele verschiedene Arten von Helden und jeder hat seine eigene Vorstellung davon. Außerdem verändert sich die Meinung dazu noch im Laufe des Lebens. Wer wollte früher denn nicht so sein wie Pippi Langstrumpf oder wie Prinzessin Lillifee? Helden sind Personen, die gute Taten vollbringen und anderen helfen. Aber auch die Schurken, die man aus Büchern und Filmen kennt, sind für manche Menschen Helden. Man kann also gar nicht genau sagen, was ein Held ist, da er für jeden etwas anders ist. Was viele aber vergessen ist, dass die meisten Helden ganz normale Menschen sind. Man braucht keine Superkräfte, um ein Held zu sein. Man kann auch ein Held auf seine eigene Art und Weise sein. Man muss dazu auch keine Prüfung bestehen. Oft gibt es Situationen im Alltag, in denen man heldenhaft war oder sein könnte. Zum Beispiel wenn man einem hungrigen Kind etwas zu essen gibt oder einer alten Dame im Bus den Platz frei macht. Meistens sind es nur die kleinen Dinge, die uns zu Helden machen. Somit sind auch die Jugendlichen des Theaterstücks Helden. Denn jeder ist ein Held auf seine eigenen Art und Weise."

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Florens Windelen: „Fangen wir mit einer Frage an: Wer oder was ist ein Held? Wer oder was ein Held ist, empfindet jeder Mensch anders. Jeder hat andere moralische Vorstellungen und dadurch auch andere Vorstellungen von Gut und Böse. Was der eine für eine heroische Tat hält, hält der andere für eine Übeltat. Beispiele dafür gibt es mehr als genug. Manch einer sieht Soldaten als Helden, die versuchen, sich und ihre Familien zu verteidigen. Manch einer sieht Soldaten als Mörder, egal wofür oder gegen wen sie kämpfen. Trotz der starken Subjektivität bei der Frage, wer ein Held ist, kann man eine objektiv betrachtete Definition des Wortes Helden erstellen, mit der die meisten einverstanden sein sollten: Ein Held ist eine Person, die durch besonderen Mut oder vielleicht das Riskieren seines eigenen Lebens andere Menschenleben beschützt und sich für diese einsetzt. Die besten Beispiele sind die in der modernen Popkultur oft dargestellten Superhelden. Fiktive Figuren wie Batman, Superman oder Spider-Man haben alle mindestens eine Sache gemeinsam: ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, der sie alle gegen das ‚Böse‘ kämpfen lässt, um das Leben anderer zu beschützen.

Wenn man sich mit dieser Definition das Stück ‚Helden‘ noch einmal anschaut, kann man ganz klar sehen, wer der Held ist: die Neuen. Sie haben ein hartes Leben, ziehen sehr häufig um und haben kaum Freunde. Jeder Umzug ist für sie ein Neuanfang. Und trotz dieser harten Umstände kämpfen sie. Sie kämpfen gegen das ihnen und anderen zugeschriebene Schicksal. Vielleicht wissen sie nicht, dass sie dabei ihr Leben aufs Spiel setzen. Aber sie wissen zumindest, dass es nicht ungefährlich ist, was sie tun.

Ihren großen Mut zeigen sie noch einmal deutlich in der letzten Szene: Trotz der direkten Gefahr in Form der Schicksale kämpfen sie für die Menschen, damit diese eigene Entscheidungen treffen können. Wofür sie am Ende mit ihrem eigenen Leben bezahlen.“

Hier einige Impressionen aus dem Theaterstück „Helden“:

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