Seminar "Kritischer Konsum" in der EF

„Was hältst du von einem fleischfreien Tag in der Mensa? Oder von der Forderung eines kostenlosen Öffentlichen Personennahverkehrs?“ fragt Rebecca vom Verein für Politisches Handeln die Teilnehmer des Seminars „Kritischer Konsum“. Während die Schüler und Schülerinnen der EF den ersten Vorschlag mehrheitlich ablehnen, halten sie den zweiten für eine Superidee. Alle Seminarteilnehmer teilen in Zeiten von „Fridays for Future“ das Anliegen fair und ökologisch zu konsumieren, doch keiner will dies mit Zwang verbinden.

Zwanglos ging es denn auch in dem Seminar zu, in denen engagierte StudentInnen vom Verein Politisches Handelns und vom Team Global mit den Schülern diskutierten. Wer kritisch konsumieren will, muss zunächst über unkritischen Konsum aufgeklärt werden.

Dies geschah nicht durch trockene Vorträge, sondern in kurzweiligen Planspielen, z.B. dem Bananensplit: Die 30 Cent, die eine Banane kostet, sollten aufgeteilt werden Die Schüler nahmen die Rollen der am Produktionsprozess Beteiligten ein. Die Gruppe der Plantagenarbeiter bekam nur einen Cent, also nur ein kleines Stück Banane, der Supermarkt dagegen mit 10 Cent das größte Stück. Im Spiel „Die Welt im Klassenraum“ veranschaulichten die Seminarteilnehmer die ungerechte Ressourcenverteilung mit Menschen und Stühlen. Die Europäer legten die Füße hoch, während die Afrikaner um einen Stuhl kämpfen mussten.

In verschiedenen Workshops zu Ernährung, Kleidung und Urlaub ging es um fairen und ökologischen Konsum, der oft in Spannung zum finanziellen Budget eines Schülers steht. Die mit Fair Trade und anderen Siegeln ausgezeichneten Waren können sich die wenigsten leisten. Auch das Thema „Reisen“ war hochumstritten. „Man vermindert den CO 2-Ausstoß definitiv, wenn man aufs Fliegen verzichtet“, meinte die eine Seite. Die andere Seite machte geltend, dass man über den Tellerrand schauen muss und andere Kontinente kennenlernen sollte, gerade dann, wenn man ökologisch und fair handeln will.

Durch Faktenchecks, Planspiele und kontroverse Diskussionen wurde den Teilnehmern des Seminars bewusst: Ökologisch und fair Einkaufen bedeutet dauernd Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen individuellen Bedürfnissen und ökologischen Notwendigkeiten zu treffen. Nicht nur wenn Schüler freitags für das Klima auf die Straße gehen, sondern auch wenn sie jeden Tag kritisch konsumieren, tun sie etwas für die Rettung unseres Planeten.