„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ - Projektwoche an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule

Während die fünften, siebten und zehnten Klassen und ein Teil der Jahrgangsstufe 8 auf große Fahrt gingen, mussten die Zuhausegebliebenen nicht zurückstecken: ein breit gefächertes Projektprogramm, vorbereitet von Lehrern und außerschulischen Moderatoren erwartete die Klassen 6, 8, 9 und die Oberstufe.

Die sechsten Klassen erlebten die Welt der Römer. Sie bauten den Limes aus Palisaden und römische Wohnhäuser und Befestigungsanlagen aus Pappe. Im alten Rom traten die Schauspieler mit Masken auf und so stellten einige Sechstklässler aus Gipsbinden ihre eigene Gesichtsmaske her. Im Technikraum raspelten die Kinder mit Energie und Ausdauer an Holzschwertern, um hinterher eines mit nach Hause nehmen zu können. Liebevoll gestalteten sie farbenfrohe Mosaike von Tänzerinnen oder Musikern. In der Sporthalle probierten sie Ballspiele der alten Römer aus. Auch römische Gesellschaftsspiele konnte man kennen lernen und übte dabei so ganz nebenher die römischen Zahlen.


Projektwoche: Filzen

Lebenspraxis und Berufsorientierung war der Bezugspunkt ihrer Projektwoche des achten und neunten Jahrgangs. Viele Achtklässler waren so fleißig wie die Heinzelmännchen von Köln: Sie kochten und backten, sie webten und filzten.

Sie malten und töpferten. Sie nähten und flickten. Sie zogen neue Reifen und Bremsbeläge auf Fahrräder.

Projektwoche: Fahrradwerkstatt

 

Einige Schülerinnen hatten die Möglichkeit Einblick in Pflegeberufe zu bekommen. Beim Verein für Altenpflege und Gesundheitsberufe lernten sie, wie man einen alten Menschen rückenschonend aus dem Bett holt.

Projektwoche:Altenpflege

 

Die Erste- Hilfe- Kurse stießen auf großes Interesse. Die Achtklässler waren mit Ernst bei der Sache, als sie die Bergung eines verletzten Motorradfahrers simulierten und die Versuchsperson in die stabile Seitenlage brachten. Für die Schüler der neunten Klassen stand wie gewohnt die Berufsorientierung im Mittelpunkt. Außerschulische Moderatoren z.B. von der Polizei und der Deutschen Post betreuten die Projekte mit. Bei einem Mitarbeiter der AOK konnten sie zum Beispiel Bewerbungsgespräche simulieren, filmen und an ihrem Auftreten arbeiten.


Im Unesco-Projekt „Kritischer Konsum“, das in der Einführungsphase der Oberstufe durchgeführt wurde, hörte man die Schüler die Frage „Muss ich Primark boykottieren?“ kontrovers diskutieren.

Projektwoche: Kritischer Konsum

Den jungen Seminarleitern vom Verein für politisches Handeln (V.f.H.) und von der Bundeszentrale für politische Bildung war es nämlich schnell gelungen den Teilnehmern die politische Brisanz ihrer Einkäufe näherzubringen. Die engagierten Studenten klärten die Schüler darüber auf, unter welchen schlimmen Arbeitsbedingungen ihre stylischen Klamotten genäht werden, woher die Rohstoffe für ihr Handy kommen und dass viele ihrer Lieblingsprodukte um die halbe Welt gereist sind.

Projektwoche: Kritischer Konsum

Projektwoche: Kritischer Konsum

Im Welt-Cafe wurden die Schüler von Vertretern ökologischer und sozialer Initiativen NRWs darüber informiert, was jeder einzelne im Alltag für den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffreserven tun kann: Alte Handys sollen nicht zuhause herumliegen, sondern gehören in Handysammelboxen, so dass die wertvollen Rohstoffe wieder neu genutzt werden können. Eine Verbraucherportal „Siegelklarheit“ mit zugehöriger App hilft beim Erkennen fair hergestellter Kleidung.

Im Unesco-Projekt „Klimawandel , Klimagerechtigkeit und Klimapolitik“ erzählten Mitglieder des Bonner La Paz Vereins den Teilnehmern von den konkreten Folgen des Klimawandels, die Bolivien jetzt schon bitter zu spüren bekommt. Stefan Rostock von Germanwatch erklärte, dass wir den Klimawandel nicht mehr verhindern, sondern nur noch abmildern können. Weil wir keinen Planeten B haben, müssen wir unsere Lebensgrundlagen erhalten. Deshalb diskutierten Schülergruppen, was sie selbst und was sie Politiker dafür tun können. Ihren ökologischen Forderungen Nachdruck verleihen, wollen die Teilnehmer durch einen Tag in Weiß an der BBG im November, wenn die Weltklimakonferenz in Bonn tagt: Alle Schüler und Schülerinnern der Bertolt-Brecht-Gesamtschule sollen dann in einem weißen T-Shirt erscheinen.

In dieser abwechslungsreichen Projektwoche wurde die Bertolt Brecht Gesamtschule nicht nur dem Grundsatz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“, sondern auch ihrem Anspruch als Unescoschule gerecht.