Die Klassen 7-10 waren nahezu vollständig gekommen, um sich die Aufführung „All About Us“ des Kurses „Darstellen und Gestalten“ des zehnten Jahrgangs unter Leitung von Simona Furlani anzuschauen. Dabei zeigten die Darsteller unter großem Applaus, dass unter ihnen neben schauspielerisch Begabten auch Raperinnen und talentierte Akrobaten sind.

Cheerleaderinnen mit gelben und roten Puscheln üben ihren Auftritt und Freunde und Freundinnen verabreden sich zu einer Party. Das Interessanteste an einer Party ist natürlich, welche Pärchen sich da bilden. Und bald verbreiten die Partybesucher das Gerücht von lesbischen Beziehungen bis ins Publikum. Dieses Anderssein stößt weder bei Mitschülern noch bei den Eltern auf Toleranz, sondern auf aggressive Reaktionen. Der Vater überzieht seine lesbische Tochter mit Schimpftiraden und schlägt zu. Auch die Schüler reagieren aggressiv. Handfeste, gut inszenierte Schlägereien finden da auf der Bühne statt. Selbstverletzungen werden angedeutet. Die Gewalt gerät immer mehr außer Kontrolle, steigert sich bis zum Amoklauf, bei dem Opfer und Täter kaum noch zu unterscheiden sind.

Die Darsteller haben das Stück selbst geschrieben und der Zuschauer wäre mit der Spirale der Gewalt verbunden mit dem Titel „All About Us“ ratlos zurückgeblieben, wäre da nicht der sensible Text des Endes, in dem jeder einzelne Beteiligte seine Sicht der Dinge in poetischen Worten formuliert. Ein Darsteller erklärt den Zuschauern seine Ängste: „Wir haben zwar noch nie einen Krieg erlebt, aber wir leben im Zustand ständiger Belagerung.“ Eine Darstellerin mit einer Blume in der Hand appelliert an alle: „Findet die Liebe.“

Wenn das kein gelungenes Schlusswort ist…