Angst vor Hass – feierliche Eröffnung einer Antisemitismus-Ausstellung in der BBG

„Antisemitismus ist Menschenfeindlichkeit“, mahnt Herbert Rubinstein, ein Überlebender der Shoah auf einem Plakat der Ausstellung „Angst vor Hass - Juden haben wieder Angst in Deutschland“. In der Aula der Bertolt-Brecht-Gesamtschule erlebten die älteren Schülerinnen und Schüler eine bewegende Feierstunde zum Tag des Holocaust. Umrahmt von getragener Musik des Schulorchesters eröffnete Frau Leutheusser-Schnarrenberger die Wanderausstellung „Angst vor Hass“.

 

Die Antisemitismus-Beauftragte des Landes NRW beklagte, dass Juden in Deutschland 75 Jahre nach der Shoa wieder Angst haben. Die Absicht der Ausstellung sei es, diese Angst vor der Bedrohung sichtbar zu machen. Pfarrer Grieser bekannte in seinem Grußwort, dass die Evangelische Kirche in Bezug auf den Antisemitismus ihre Hausaufgaben machen muss. Er erläuterte, dass das Schimpfwort „Judensau“ in christlichen Skulpturen und Schriften seinen Ursprung habe und Wurzeln des Antisemitismus auch im Christentum aufzudecken sind. Margaret Traube, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Bonn, sagte in ihrem Grußwort, dass sie es nicht für möglich gehalten hätte, dass 75 Jahre nach der Shoa in Deutschland antisemitische Gedanken wieder virulent werden. Sie habe ihren Gemeindemitgliedern empfohlen, die Kippa nur noch verborgen unter einem Hut oder einer Mütze zu tragen. Oberbürgermeister Sridharan erinnerte daran, dass im Juli 2018 einem jüdischen Hochschulprofessor im Bonner Hofgarten die Kippa vom Kopf geschlagen wurde. Er mahnte, dort, wo Juden beschimpft werden, würden auch andere Menschen beschimpft. Sridharan bat alle, beim nächsten Kippa-Tag mitzumachen und so Solidarität zu zeigen. Unsere Schulleiterin Frau Ruhnke schaltete die Website der Ausstellung www.angst-vor-hass.de frei und forderte die Schüler und Schülerinnen dazu auf, die Ausstellung anzuschauen und aus der Geschichte zu lernen.