Von Bonn nach Kattowitz – Die BBG bei der COP 24

Zwölf Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 sind vom 6. bis 12. Dezember 2018 im Rahmen eines deutsch-polnischen Austausch-Projektes zur diesjährigen Weltklimakonferenz nach Polen gefahren, die in den ersten zwei Dezemberwochen stattgefunden hat.

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Nachdem die Schülerinnen und Schüler von polnischer Seite bereits im ersten Teil des von der EU geförderten Erasmus-Programms im September zu einem fünftägigen Vorbereitungstreffen nach Bonn gekommen waren, machten sich nun die zwölf sehr engagierten und interessierten Vertreterinnen und Vertreter der BBG begleitet von Nils Dahlhaus und Malte Kirchhoff auf den Weg nach Kattowitz, wo sie die verschiedenen Aktivitäten auf und im Umfeld des Gipfels beobachten und zum Teil auch mitgestalten konnten.

Untergebracht war die Delegation der BBG gemeinsam mit den polnischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem Hostal im alten jüdischen Viertel Krakaus, das ca. anderthalb Stunden mit dem Bus von Kattowitz entfernt liegt. Nach einem Wiedersehensabendessen am ersten Abend startete die deutsch-polnische Gruppe unter Leitung von vier Referentinnen – zwei Deutsche von Seiten des Vereins zur Förderung politischen Handelns (v.f.h.) und zwei Polinnen von der Organisation Center for Citizenship Education (CEO) – mit einem Aufgreifen der bereits in Bonn entwickelten Ideen und Wünsche und einer konkreteren Auseinandersetzung der Themen und Ziele der COP 24 in Kattowitz. Da einige der Schülerinnen und Schüler unserer Schule bereits am Rahmenprogramm der COP 23 in Bonn teilgenommen hatten und auch schon mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Bonn über die Klimapolitik der Stadt Bonn diskutiert und die eigenen Vorschläge eingebracht hatten, brachten sie schon einige Vorkenntnisse ein. Ziel war es aber, beim Besuch in Kattowitz Informationen und Materialien zu sammeln, um eigene Aktionen für die Öffentlichkeit in Krakau zu entwickeln.

Am Wochenende, dem zweiten und dritten Tag des Programms, ging es dann mit dem Bus nach Kattowitz, wo am Samstag der Peoples Climate March, eine Großdemonstration von Nicht-Regierungsorganisationen aus allen Teilen der Welt stattfand. Zunächst führten die Schülerinnen und Schüler in kleineren deutsch-polnisch gemischten Gruppen Interviews mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Demonstration durch, ehe sie auch einen Teil der Strecke mit zurücklegten.

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Beeindruckend war dabei die positive Atmosphäre und Dynamik, die durch die Mischung der teilnehmenden Gruppen und Organisationen entstand. So waren Vertreterinnen und Vertreter von Umweltschutzorganisationen, kirchlichen Bürgerinitiativen, Gewerkschaften oder auch Feministen-Vereinigungen anwesend, die die Auswirkungen des Klimawandels auf die verschiedenen Lebensbereiche deutlich machten und ein sofortiges Handeln von Seiten der Regierungen forderten. Nachmittags konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen über die Ziele der Weltklimakonferenz in einer Podiumsdiskussion zwischen verschiedenen Experten aus Deutschland und Polen vertiefen.

Einen sehr aufschlussreichen und tiefergehenden Einblick in die Arbeit auf der COP 24 ermöglichte der Vortrag von Lidia Wojtal, eine der polnischen Verhandlungsführerinnen bei der COP. Sie berichtete aus ihrer mehrjährigen Erfahrung heraus sowohl über strukturelle und organisatorische Aspekte des Gipfels als auch über persönliche Erlebnisse, seien es erfreuliche aber auch frustrierende. Die engagierten Nachfragen aus der Gruppe zeigten, dass sie mit ihren kurzweiligen aber sehr profunden Erläuterungen die Interessen der jungen Generation getroffen hatte.

Am Montag werteten die Gruppen ihre Erlebnisse und Materialien aus, um ihre eigenen Aktionen für den Abschlusstag auf dem Krakauer Hauptplatz in historischer Kulisse vorzubereiten. Mit Informationsplakaten, Unterschriftaktionen, Kurzinterviews, kleinen Videopräsentationen und der Propagierung einer selbst erstellten Informationsseite auf Instagram zum Klimawandel gingen die jungen Deutschen und Polen auf die Menschen in der Krakauer Innenstadt zu und ließen sich dabei auch kaum durch das sehr regnerische und kühle Wetter beeinträchtigen.

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Neben diesem Engagement für dieses für die Menschheit essentielle Thema, stand auch eine Auseinandersetzung mit der sehr wechselhaften deutsch-polnischen Geschichte auf dem Programm. So unternahm die Gruppe gemeinsame Führungen durch das historische Zentrum und das jüdische Viertel Krakaus, besuchte das Schlesische Museum in Kattowitz und erlebte in dem erst vor wenigen Jahren eröffneten Museum in der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler eine didaktisch sehr durchdachte Aufbereitung der Zeit der deutschen Besatzung in Krakau während des zweiten Weltkriegs. Auf diese Weise bot dieser interkulturelle Austausch zwischen Jugendlichen der beiden europäischen Nachbarstaaten sowohl die Möglichkeit, einen multiperspektivischen Blick auf die Vergangenheit zu werfen als auch Informationen und Handwerkszeug, um die großen gesellschaftlichen, politischen und vor allem klimapolitischen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft in Angriff zu nehmen.

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Kattowitz bei Nacht

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Eröffnung der COP 24